Therapie gutartiger Schilddrüsenerkrankungen

 

Schilddrüsenhormone sind für den menschlichen Organismus unverzichtbar. Diese beeinflussen unseren Organisamus, u.a. den Magen-Darm-Trakt, den Energiestoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System und den psychischen Zustand, auf unterschiedliche Weise. Sowohl ein Zuviel an Hormonen (Überfunktion, Hyperthyreose) als auch ein Zuwenig (Unterfunktion, Hypothyreose) kann zu ernsthaften Störungen führen.

Knotige Veränderungen der Schilddrüse sind relativ häufig und werden oft zufällig bei bildgebenden Untersuchungen im Bereich des Halses entdeckt. Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig, können aber durch ihre Grösse stören (z.B. beim Schlucken) oder autonom Hormone produzieren und damit Symptome der Hyperthyreose verursachen.

Diagnostisches Verfahren

In der interdisziplinären Schilddrüsensprechstunde untersuchen wir gemeinsam mit den Kollegen der Endokrinologie Schilddrüsenknoten mittels Ultraschall und Szinitigraphie. In Zweifelsfällen wird eine sogenannte Feinnadelpunktion des Knotens durchgeführt, um gutartige von bösartigen Knoten zu unterscheiden. 

Welche Therapie wird empfohlen?

Eine medikamentöse Therapie kann dabei helfen, die Beschwerden dieser Erkrankung abzuschwächen, jedoch wird in der Regel die Ursache nicht dauerhaft behoben. Dies gelingt nur mit der sog. Radiojodtherapie oder der operativen Entfernung der betroffenen Schilddrüsenanteile. Beide Behandlungsmethoden sind gleichwertig einzustufen im Hinblick auf den Therapierfolg. 

Die Radioiodtherapie ist seit über 50 Jahren als wirkungsvolle und nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode anerkannt. Zum Einsatz kommt dabei ein radioaktives Isotop (Jod 131) des normalen Jods, das Sie als Bestandteil der Nahrung kennen. 

Indikationen zur Radiojodtherapie 

  • funktionelle Autonomie
  • immunogene Hyperthyreose
  • Strumaverkleinerungstherapie bei endemischer Struma
  • subklinische Hyperthyreose (kompensierte Schilddrüsenautonomie) bei kardialem Risiko bzw. vor geplanten Kontrastmittelapplikationen

 

Kontraindikationen zur Radiojodtherapie 

  • Absolute Kontraindikation: Schwangerschaft, Malignomverdacht
  • Relative Kontraindikation: Trachealeinengung bzw. die Tracheomalazie

 

Gibt es Gefahren und Nebenwirkungen?

Gelegentlich können leichte Halsschmerzen oder eine leichte Halsschwellung auftreten. Bei wiederholten hochdosierten Radiojodtherapien kann es zu Mundtrockenheit infolge Speicheldrüsenentzündungen kommen.