Zevalin-Therapie

 

Indikation allgemein
Patienten mit CD20-positivem Non-Hodgkin-Lymphom.

Indikation speziell

Rezidivierendes oder refraktäres indolentes, follikuläres oder transformiertes B-Zell Non Hodgkin-Lymphom, inkl. auf Rituximab refraktäre follikuläre Non-Hodgkin-Lymphome.

Vor der Therapie
  • Indikationsstellung durch den medizinischen Onkologen
  • Aufklärung und ambulante Vorbesprechung durch den Nuklearmediziner und den Onkologen 
Ablauf der Therapie

Dosimetrie:
Verabreichung von kaltem MabThera® durch den medizinischen Onkologen. Danach Applikation von 111In-Zevalin® (Dauer 10 Min.). Anschliessend Ganzkörperaufnahme zur Messung der Biodistribution. Eine zweite Ganzkörperaufnahme zur Messung der Biodistribution erfolgt nach zwei bis vier Stunden. Weitere Bestimmungen der Biodistribution erfolgen wiederum ambulant in der Nuklearmedizin nach 24 Stunden, am fünften Tag und siebten Tag.

Therapietag:
Bei unauffälliger Biodistribution erfolgt die eigentliche Behandlung mit 90-Yttrium-Zevalin am Tag 8 nach Dosimetrie-Beginn. Wiederum wird durch den Onkologen kaltes MabThera® verabreicht. Danach erhält der Patient eine Injektion mit 90Y-Zevalin in der Nuklearmedizin.

Sowohl die Dosimetrie als auch die eigentliche Therapie werden ambulant durchgeführt. Die weitere Betreuung des Patienten nach Zevalin-Behandlung erfolgt durch den betreuenden Onkologen.

Komplikationen und Nebenwirkungen

Unter der Applikation des MabThera®:
Schwäche, Schüttelfrost, Fieber, Bauchschmerzen, Kopf¬schmerzen, Hypo- oder Hypertonie, Tachykardie. (Diese Nebenwirkungen wurden auf Zevalin alleine bisher nicht beobachtet).
Die Arzneimittel-Fachinformation für MabThera® ist zu beachten.
Eine hämatologische Toxizität wurde in den klinischen Prüfungen sehr häufig beobachtet. Bis zum Erreichen der Thrombozyten-und Granulozyten-Nadire vergingen ca. 60 Tage.
Thrombozytopenien und Neutropenien dritten oder vierten Grades wurden berichtet. Die mittlere Zeit bis zur Erholung dauert bis zu 21 Tage. In den ersten drei Monaten nach Behandlung kann die Infektionsanfälligkeit erhöht sein.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung mit Zevalin ist das Blutbild einschliesslich der Thrombozytenzahl wöchentlich zu bestimmen, bis sich die Zellzahlen erholt haben. In Anhängigkeit vom Schweregrad der Veränderung sind Kontrollen entsprechend häufiger durchzuführen.

Nach der dosimetrischen Injektion von 111In-Zevalin sollte der Kontakt mit Schwangeren und Kleinkindern in den ersten 48 Stunden nach der Applikation möglichst eingeschränkt werden. Nach beiden Untersuchungen sollte der Patient den Urin sicher über die Toilette entsorgen (Männer sitzen). Nach jeder WC-Benützung ausgiebig spülen, gut Hände waschen.

Eine Zeugung bzw. Schwangerschaft sollte in den folgenden 12 Monaten vermieden werden.

Strahlenbelastung

Die entsprechend Medical International Radiation Dosimetry (MIRD) berechneten absorbierten Strahlendosen für gesunde Organe liegen deutlich unterhalb der anerkannten oberen Sicherheitsgrenzen.

Kontraindikationen

Das Zevalin darf nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Eine relative Kontraindikation besteht bei einer Knochenmarksinfiltration von mehr als 25 % bzw. einer externen Bestrahlung von mehr als 25 % des aktiven Knochenmarks, ferner bei einer reduzierten Thrombozytenzahl unter 100'000 oder Neutrophilenzahl unter 1'500. Ausserdem sollte Zevalin nicht verabreicht werden bei Patienten nach vorhergegangener Knochenmarkstransplantation oder Stammzellenbehandlung und bei veränderter Biodistribution von 111In-Zevalin.